Beim diesjährigen Kongress der Association for Molecular Pathology (AMP) in Tallinn, Estland, stellte Associate Professor Dr. Nina Bondarenko ihre Forschung zur nicht-invasiven Überwachung der Lungentransplantatfunktion vor.
Im Jahr 2023/24 war Dr. Bondarenko als Gastwissenschaftlerin an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig. Das DZL-Projekt, auf dem ihre Arbeit basiert, führte sie am Institut für Pathologie in enger Kooperation mit der Klinik für Pneumologie und Infektiologie durch. Inzwischen ist sie wieder an ihrer Heimatinstitution, der Dnipro State Medical University in der Ukraine, am Department of Pathological Anatomy, Forensic Medicine and Pathological Physiology, zurückgekehrt.
Dr. Bondarenko stellte eine Proof-of-Concept-Pilotstudie vor, in der ein gezieltes SNP-basiertes Next-Generation-Sequencing-(NGS-)Assay entwickelt wurde. Dieses ermöglicht es, spenderabgeleitete DNA auch in sehr geringen Mengen präzise zu quantifizieren. Besonders hervorzuheben ist, dass der Ansatz ein gezieltes SNP-Panel, das ursprünglich für die Identitätsbestimmung beim Menschen entwickelt wurde, auf die Lungentransplantation überträgt. Damit zeigt die Studie das translationale Potenzial bestehender NGS-Technologien für die nicht-invasive Überwachung der Transplantatfunktion.
Die untersuchten Proben stammen aus der Lungentransplantationskohorte der Medizinischen Hochschule Hannover. In der klinischen Pilotstudie wurden Plasmaproben von zehn Lungentransplantierten analysiert; zusätzlich wurden Proben von zwei gesunden Freiwilligen zur Herstellung definierter Referenzmischungen eingesetzt.
„Mein Abstract wurde nicht nur als Poster akzeptiert, sondern auch für einen Vortrag ausgewählt“, sagt Dr. Bondarenko. „Das zeigt die Bedeutung unserer Arbeit.“ Der Ansatz ist besonders vielversprechend, da die derzeitige Standarddiagnostik mittels transbronchialer Biopsie invasiv ist und durch Schwankungen bei der Probenentnahme sowie der Beurteilung begrenzt sein kann. Die Messung von donor-derived cell-free DNA könnte künftig eine minimal-invasive Ergänzung bieten, um Hinweise auf eine Lungentransplantatschädigung früher, regelmäßiger und individueller zu erfassen. Erste Ergebnisse zeigen eine sehr gute Übereinstimmung zwischen erwarteten und gemessenen DNA-Anteilen sowie Hinweise darauf, dass erhöhte Werte klinisch relevante Veränderungen anzeigen können, selbst wenn die Routinebiopsie noch keinen eindeutigen Befund ergibt.
Quelle: Poster „Donor-Derived Cell-Free DNA for Non-invasive Monitoring of Lung Transplant Function: A Proof-of-Concept Pilot Study Using a Targeted SNP-Based NGS Assay“ (N. Bondarenko et al.; Poster No. OTH-01, Abstract No. 51).
Text: BREATH/ AZ
Foto: privat

Associate Professor Dr. Nina Bondarenko beim Association for Molecular Pathology (AMP) Kongress in Tallinn (Estland)