Diffuse parenchymale Lungenerkrankungen
Diffuse parenchymale Lungenerkrankungen umfassen eine große und heterogene Gruppe von Erkrankungen, bei denen vor allem das Lungengewebe selbst – also die Alveolen, das Interstitium und die kleinsten Gefäße – betroffen ist. Dazu zählen unter anderem interstitielle Lungenerkrankungen und Lungenfibrosen. Gemeinsam ist ihnen, dass entzündliche oder narbige Veränderungen die Elastizität der Lunge beeinträchtigen und den Gasaustausch erschweren. Betroffene leiden häufig unter zunehmender Atemnot, trockenem Husten und eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit. Viele dieser Erkrankungen verlaufen chronisch und fortschreitend, ihre Ursachen sind oft komplex oder bislang nicht vollständig geklärt. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Forschung, um Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und neue Therapieoptionen zu entwickeln.
Im Forschungsnetzwerk BREATH untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die biologischen Prozesse, die zu Entzündung, Gewebeschädigung und Fibrose im Lungenparenchym führen. Ein zentraler Fokus liegt auf der Analyse zellulärer und molekularer Signalwege, die an der Umwandlung von normalem Lungengewebe in funktionell eingeschränktes Narbengewebe beteiligt sind. Dabei werden sowohl genetische Faktoren als auch Einflüsse von Umwelt, Alterung und Begleiterkrankungen berücksichtigt. Die Pädiatrische Pneumologie arbeitet eng mit der Adulten Pneumologie zusammen, um Krankheitsmechanismen und -verläufe über die gesamte Lebensspanne hinweg zu erfassen. Hannover ist zudem am internationalen chILD-Register beteiligt, das Daten zu seltenen interstitiellen Lungenerkrankungen im Kindesalter systematisch sammelt und wissenschaftlich auswertet.
Darüber hinaus erforscht BREATH die große klinische Vielfalt diffuser parenchymaler Lungenerkrankungen, um unterschiedliche Krankheitsverläufe besser einzuordnen. Ziel ist es, Biomarker zu identifizieren, die eine frühere Diagnose, eine genauere Prognoseabschätzung und eine individuellere Therapie ermöglichen. Klinische und translationale Studien prüfen neue medikamentöse Ansätze sowie Strategien zur Verlangsamung des Krankheitsfortschritts. Durch die enge Verzahnung von experimenteller Forschung, klinischer Expertise und Versorgungsforschung trägt BREATH dazu bei, die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit diffusen parenchymalen Lungenerkrankungen nachhaltig zu verbessern.
Diese News DAZU könnteN Sie auch interessieren:
Optimierte Wirkstoffe gegen RSV – Forschungsprojekt „OPERA“ zur Weiterentwicklung antiviraler Wirkstoffe gestartet
News > Optimierte Wirkstoffe gegen RSV – Forschungsprojekt „OPERA“ zur Weiterentwicklung antiviraler Wirkstoffe gestartet Optimierte Wirkstoffe gegen RSV – Forschungsprojekt
Artikel lesen